1906

Reinhard Ehlting baut die „Restauration zur Glocke“




1907

Offizielle Wirtschafts-Eröffnung war im Oktober 1907.

Im Stadtarchiv fanden wir die original Eröffnungsanzeige aus dem Bocholter Volksblatt vom 9.10.1907 – mit folgendem zeitgemäßen Text für das Dienstleistungsgewerbe.

 

Den geehrten Bewohnern von Bocholt und Umgebung hierdurch die ergebene Mitteilung, daß ich in dem Hause Sachsenstraße 237/4 unter dem Namen “ Zur Glocke“ eine Wirtschaft eröffnet habe. Es wird mein Bestreben sein, durch Verabreichung guter Speisen und Getränke, sowie durch aufmerksame Bedienung meine werte Kundschaft zufrieden zu stellen und bitte ich um gütige Unterstützung meines Unternehmens.

Reinhard Ehlting


1925 – 1928

In diese Zeit fällt die Hochzeit der einzigen Tochter von Reinhard Ehlting. Josefa heirate Paul Wilms.

1925 wurde der Männergesangverein „Sängerlust“ gegründet. Eine wunder- schöne Vereinsfahne existiert heute noch und befindet sich bei einem der letzten Mitglieder im Hause, nachdem der Gesangverein vor Jahren aufge- löst wurde.

Das Foto zeigt die Sänger mit ihren Frauen nach der Ankunft von einem Wettstreit.

1926

Neugründung des SC 26 Bocholt. 

Die Wiege der 26iger stand in Mussum als 1922 einige Sportbegeisterte junge Menschen im Südwesten der Stadt einen Sportverein unter dem Namen „DJK TuB Mussum“ gründeten. Dank der Bereitschaft des Glockenwirtes Reinhard Ehlting erhielt der Verein hinter der Gaststätte eine neue Platzanlage. Der Vorsitzende in Verbindung mit dem Glockenwirt und Vorstand, verstanden es, dem Verein ein Zuhause zu geben.

Alte Bocholter denken noch gerne daran zurück, dass die Schalker Knappen in dieser Zeit als Prüfstein gewonnen wurden und diese den Bocholter Fußballbegeisterten an der Sachsenstraße ihre hohe Fußballkunst zeigten. Die Verpflichtung war sicherlich ein Verdienst des Glockenwirtes, der zum Schwägerpaar Szepan und Kuzorra enge Kontakte hatte und nicht selten waren die Schalker zu Gast in der Glocke. 

Zur gleichen Zeit 1926 kommt ein schöner, großer Saal hinzu sowie eine großzügige angelegte Gartenwirtschaft. Der Park mit viel Baumbestand reichte bis zum Hoynkesch und der Fußballplatz bis zum Mussumer Kirchweg. Die Gartenwirtschaft lag zur Sachsenstraße (heute Alfred-Flender-Str.) und hatte u.a. einen schönen Springbrunnen mit Wasserfontäne. Es wurden auch Tiere, wie Ponys und Affen gehalten. 

1945

Die Gaststätte zur Glocke blieb von größeren Kriegszerstörungen verschont. Im Garten viel zwar eine Bombe die einen großen Lindenbaum entwurzelte und die Zwillinge des Nachbarn tötete. Die Glocke kam mit schiefen Wänden davon.

1946

Der Saal dient einige Jahre als Schule, da die Schulen in der Stadt zum Teil zerstört wurden. Schulbilder hängen heute noch in der Gaststube.

saal als schule

1948 – 1951

Nach dem Tod von Reinhard Ehlting übernimmt zunächst der Schwiegersohn Paul Wilms mit seiner Frau Josefa und den 4 Kindern Karola, Reinhard, Margret, und Alfred die Restauration zur Glocke. Zu Reinhard Wilms, heute anerkannter Weinfachmann, ansässig in Guntersblum am Rhein (Nähe Mainz), haben wir bis heute noch guten Kontakt.

1951

Zum Nikolausmarkt, wo alle Bauersleut aus Bocholt, Mussum und weiterer Umgebung frei hatten, um ihre Wintergarderobe einzukaufen, hatten wir ein volles Haus und fast alle Leute trugen grüne Lodenmäntel, die damals die Mode bestimmten. In den darauffolgenden Jahren verkaufte Paul Wilms das riesige Glockengrundstück in vielen aufgeteilten Pazellen. Die Glocke selbst mit großem Garten wurde zunächst von unseren Eltern gepachtet und später käuflich erworben. Der große Park ging an die Firma Flender, die dort 1953-55 Werkswohnungen errichtete. Der Fußballplatz wurde zerteilt in viele kleine Grundstücke, die Bocholter Bürger zum Kauf angeboten wurden.

1951

1953

wird von Vater Josef Kruse eines der ersten Fernsehgeräte in Bocholt angeschafft, der zunächst seine Platz im Saal fand und auf einem erhöhten Podest zu stehen kam. Es wurden Kellner eingestellt, weil viele Leute die Fernsehprogramme wie Peter Frankenfeld, Familie Schölermann etc. sehen wollten. Höhepunkt war 1954 die Fußballweltmeisterschaft mit dem Endspiel Deutschland : Ungarn mit dem legendären Abschluß von 3:2 Toren für Deutschland. So viele Fahrräder vor unserem Haus hatten wir noch nie gesehen, es schien alle Flenderaner sahen dieses Spiel in der Glocke.Die Glocke wird verklinkert und erhält zum ersten Mal ein neues GesichtVon Beginn an war das Gasthaus geprägt von einem regen Vereinleben.Gesangs-, Fußball-, Schafzucht-, Brieftaubenzucht-, Schützen- und Spielmannszug- Bogenschützen- und Billardverein Piqué Bocholt 67 fühlten sich in dieser Lokalität zu Hause. Ungezählte Hochzeiten u. Familienfeiern sowie alljährliche Nachbarfeste wurden bis heute in unseren Räumlichkeiten gebucht. So manche Hochzeit von früher wird inzwischen wieder als Silber- oder Goldhochzeit in den selben Räumlichkeiten gefeiert.

1969 – 1974

wird die Glocke zum erstenmal von Familie Kruse verpachtet. Die damaligen Stammkunden Hans und Wilma Mecking übernehmen für fünf Jahre die Gaststätte. Im bereits fortgeschrittenen Alter überschreiben die Eltern den Kindern Christel und Franz-Josef das Gaststättenobjekt zur Glocke. Franz-Josef übernimmt die Geschäftsführung des Gasthauses und baut 1974 die Oberwohnung für seine Familie aus. Schwager Erich Kempkes hilft maßgeblich beim Umbau.

1974

Zur Bocholter Kirmes 1974 wird das Gasthaus von Franz-Josef Kruse mit seiner Ehefrau Sylvia wieder geöffnet. Als gelernter Industriekaufmann mit abgeschlossenem Betriebswirtschaftsstudium und mit einigen Jahren Berufserfahrung als Verkäufer in Siegen und Velbert übernimmt er die Geschäftsführung nach seinen Vorstellungen, aber nicht ohne die fleißige Unterstützung von seinen Eltern. Die Oberwohnung zur Gaststätte wird ausgebaut und die Glocke erhält wieder ein neues Gesicht.

Der große Garten macht den Betreibern viel Arbeit und Franz-Josef Kruse beschließt beim derzeitigen von Borris Becker ausgelösten Tennisboom einen Tennisplatz bauen zu lassen.

Ohne besseren Wissens feiert man bereits 1981 das 75jährige bestehen der Glocke und weiht bei der Gelegenheit den neuen Tennisplatz ein.

Die Geschäfte laufen zufriedenstellend und nach fast 12 Jahren Gastwirt übernimmt Franz-Josef 1986 wieder eine neue Verantwortung im Exportgeschäft. Das Unternehmen floriert und häufige Auslandsreisen halten ihn von seiner Aufgabe als Gastwirt ab. Er beschließt seinen erlernten Beruf wieder als Hauptaufgabe zu sehen.


1974
dieter oehlert

1987

wird das Gaststättenobjekt and Dieter Oehlert mit seiner Lebensgefährtin Doris verpachtet. Er kann einen großen Kundenstamm übernehmen und erweitert zum hauptsächlichen Biergeschäft die Restauration. Nach fünf Jahren kaufen Dieter Oehlert und Doris das Gaststättenobjekt „Zum Timp“ und kündigen Ihren Pachtvertrag.

Am 25. 10. 1987 stirbt Josef Kruse im Alter von 83 Jahren und die Familie verliert eine wichtige Person, die es stets verstand alle Familienangehörigen an das Zuhause zu binden und Glockengäste bei Laune zu halten.


1992

Als neue Pächter für die Glocke konnten 1992 Mike Köhnen und Lydia Nienhaus die bislang die Gaststätte „Pottebohm“ führten von Franz-Josef Kruse und Annegret gewonnen werden.

Die „Glocke“ wird durch die beiden Fachleute, – Mike ist gelernter Koch und Lydia gelernte Restaurationsfachfrau-, zum bekannten Bocholter Restaurant mit vielen neuen Kunden, auch das Saalgeschäft floriert wieder. Mit Ihren erlernten Kenntnissen aus der Gastronomie leisten Sie 10 Jahre wichtige Arbeit für die Restauration zur Glocke.

Ebenfalls wird ein schöner Biergarten errichtet. Überdrüssig der vielen Arbeit in dem großen Gastobjekt zur Glocke entschließen sie sich nach 10 Jahren für das freistehende Schlosscafe in Rhede.

Christel und Erich, sowie Franz-Josef und Annegret müssen sich wieder nach neuen Pächtern umsehen. Dies erweist sich als sehr schwierig, da die Gastronomie allgemein als nicht lukratives Gewerbe in Verruf gekommen ist. Aus diesem Grund beschließt Franz-Josef Kruse, wieder selbst die Geschäftsführung zu übernehmen.


2002

Im Herbst 2002 wird die „Glocke“ neu durchrenoviert, das bisher flache Saaldach erhält ein neues Satteldach und der Saal ein komplett neues Aussehen mit neuem Thekenraum und geschmackvoller Einrichtung. Die Umbauarbeiten werden wiederum maßgeblich unter der Leitung von Erich Kempkes vorgenommen. Alle Familienangehörigen helfen dabei tatkräftig mit. Und wieder zur Kirmeszeit 2002 kann die Glocke neu eröffnet werden.

Franz-Josef Kruse gründet eine GmbH & Co. KG, in der auch der Koch Hans Dieter Uebbing beteiligt ist. Ein neues Küchen- und Serviceteam wird aufgebaut, welches sich fachmännisch und mit modernen Geschäftsmethoden schulen lässt. Ein neues Konzept, welches Gastronomie, Restauration, Saalgeschäft und Vereinsleben miteinander verbindet kommt bei den Gästen von jung bis alt gut an und in Bocholt spricht man wieder über die „Gocke“ wie in alten Zeiten.

 

Möge es noch lange so bleiben

Christel Kempkes u. Franz-Josef Kruse


1906

Reinhard Ehlting baut die „Restauration zur Glocke“




1907

Offizielle Wirtschafts-Eröffnung war im Oktober 1907.

Im Stadtarchiv fanden wir die original Eröffnungsanzeige aus dem Bocholter Volksblatt vom 9.10.1907 – mit folgendem zeitgemäßen Text für das Dienstleistungsgewerbe.

 

Den geehrten Bewohnern von Bocholt und Umgebung hierdurch die ergebene Mitteilung, daß ich in dem Hause Sachsenstraße 237/4 unter dem Namen “ Zur Glocke“ eine Wirtschaft eröffnet habe. Es wird mein Bestreben sein, durch Verabreichung guter Speisen und Getränke, sowie durch aufmerksame Bedienung meine werte Kundschaft zufrieden zu stellen und bitte ich um gütige Unterstützung meines Unternehmens.

Reinhard Ehlting


1925 – 1928

In diese Zeit fällt die Hochzeit der einzigen Tochter von Reinhard Ehlting. Josefa heirate Paul Wilms.

1925 wurde der Männergesangverein „Sängerlust“ gegründet. Eine wunder- schöne Vereinsfahne existiert heute noch und befindet sich bei einem der letzten Mitglieder im Hause, nachdem der Gesangverein vor Jahren aufge- löst wurde.

Das Foto zeigt die Sänger mit ihren Frauen nach der Ankunft von einem Wettstreit.

1926

Neugründung des SC 26 Bocholt. 

Die Wiege der 26iger stand in Mussum als 1922 einige Sportbegeisterte junge Menschen im Südwesten der Stadt einen Sportverein unter dem Namen „DJK TuB Mussum“ gründeten. Dank der Bereitschaft des Glockenwirtes Reinhard Ehlting erhielt der Verein hinter der Gaststätte eine neue Platzanlage. Der Vorsitzende in Verbindung mit dem Glockenwirt und Vorstand, verstanden es, dem Verein ein Zuhause zu geben.

Alte Bocholter denken noch gerne daran zurück, dass die Schalker Knappen in dieser Zeit als Prüfstein gewonnen wurden und diese den Bocholter Fußballbegeisterten an der Sachsenstraße ihre hohe Fußballkunst zeigten. Die Verpflichtung war sicherlich ein Verdienst des Glockenwirtes, der zum Schwägerpaar Szepan und Kuzorra enge Kontakte hatte und nicht selten waren die Schalker zu Gast in der Glocke. 

Zur gleichen Zeit 1926 kommt ein schöner, großer Saal hinzu sowie eine großzügige angelegte Gartenwirtschaft. Der Park mit viel Baumbestand reichte bis zum Hoynkesch und der Fußballplatz bis zum Mussumer Kirchweg. Die Gartenwirtschaft lag zur Sachsenstraße (heute Alfred-Flender-Str.) und hatte u.a. einen schönen Springbrunnen mit Wasserfontäne. Es wurden auch Tiere, wie Ponys und Affen gehalten. 

1945

Die Gaststätte zur Glocke blieb von größeren Kriegszerstörungen verschont. Im Garten viel zwar eine Bombe die einen großen Lindenbaum entwurzelte und die Zwillinge des Nachbarn tötete. Die Glocke kam mit schiefen Wänden davon.

1946

Der Saal dient einige Jahre als Schule, da die Schulen in der Stadt zum Teil zerstört wurden. Schulbilder hängen heute noch in der Gaststube.

saal als schule

1948 – 1951

Nach dem Tod von Reinhard Ehlting übernimmt zunächst der Schwiegersohn Paul Wilms mit seiner Frau Josefa und den 4 Kindern Karola, Reinhard, Margret, und Alfred die Restauration zur Glocke. Zu Reinhard Wilms, heute anerkannter Weinfachmann, ansässig in Guntersblum am Rhein (Nähe Mainz), haben wir bis heute noch guten Kontakt.

1951

Zum Nikolausmarkt, wo alle Bauersleut aus Bocholt, Mussum und weiterer Umgebung frei hatten, um ihre Wintergarderobe einzukaufen, hatten wir ein volles Haus und fast alle Leute trugen grüne Lodenmäntel, die damals die Mode bestimmten. In den darauffolgenden Jahren verkaufte Paul Wilms das riesige Glockengrundstück in vielen aufgeteilten Pazellen. Die Glocke selbst mit großem Garten wurde zunächst von unseren Eltern gepachtet und später käuflich erworben. Der große Park ging an die Firma Flender, die dort 1953-55 Werkswohnungen errichtete. Der Fußballplatz wurde zerteilt in viele kleine Grundstücke, die Bocholter Bürger zum Kauf angeboten wurden.

1951

1953

wird von Vater Josef Kruse eines der ersten Fernsehgeräte in Bocholt angeschafft, der zunächst seine Platz im Saal fand und auf einem erhöhten Podest zu stehen kam. Es wurden Kellner eingestellt, weil viele Leute die Fernsehprogramme wie Peter Frankenfeld, Familie Schölermann etc. sehen wollten. Höhepunkt war 1954 die Fußballweltmeisterschaft mit dem Endspiel Deutschland : Ungarn mit dem legendären Abschluß von 3:2 Toren für Deutschland. So viele Fahrräder vor unserem Haus hatten wir noch nie gesehen, es schien alle Flenderaner sahen dieses Spiel in der Glocke.Die Glocke wird verklinkert und erhält zum ersten Mal ein neues GesichtVon Beginn an war das Gasthaus geprägt von einem regen Vereinleben.Gesangs-, Fußball-, Schafzucht-, Brieftaubenzucht-, Schützen- und Spielmannszug- Bogenschützen- und Billardverein Piqué Bocholt 67 fühlten sich in dieser Lokalität zu Hause. Ungezählte Hochzeiten u. Familienfeiern sowie alljährliche Nachbarfeste wurden bis heute in unseren Räumlichkeiten gebucht. So manche Hochzeit von früher wird inzwischen wieder als Silber- oder Goldhochzeit in den selben Räumlichkeiten gefeiert.

1969 – 1974

wird die Glocke zum erstenmal von Familie Kruse verpachtet. Die damaligen Stammkunden Hans und Wilma Mecking übernehmen für fünf Jahre die Gaststätte. Im bereits fortgeschrittenen Alter überschreiben die Eltern den Kindern Christel und Franz-Josef das Gaststättenobjekt zur Glocke. Franz-Josef übernimmt die Geschäftsführung des Gasthauses und baut 1974 die Oberwohnung für seine Familie aus. Schwager Erich Kempkes hilft maßgeblich beim Umbau.

1974

Zur Bocholter Kirmes 1974 wird das Gasthaus von Franz-Josef Kruse mit seiner Ehefrau Sylvia wieder geöffnet. Als gelernter Industriekaufmann mit abgeschlossenem Betriebswirtschaftsstudium und mit einigen Jahren Berufserfahrung als Verkäufer in Siegen und Velbert übernimmt er die Geschäftsführung nach seinen Vorstellungen, aber nicht ohne die fleißige Unterstützung von seinen Eltern. Die Oberwohnung zur Gaststätte wird ausgebaut und die Glocke erhält wieder ein neues Gesicht.

Der große Garten macht den Betreibern viel Arbeit und Franz-Josef Kruse beschließt beim derzeitigen von Borris Becker ausgelösten Tennisboom einen Tennisplatz bauen zu lassen.

Ohne besseren Wissens feiert man bereits 1981 das 75jährige bestehen der Glocke und weiht bei der Gelegenheit den neuen Tennisplatz ein.

Die Geschäfte laufen zufriedenstellend und nach fast 12 Jahren Gastwirt übernimmt Franz-Josef 1986 wieder eine neue Verantwortung im Exportgeschäft. Das Unternehmen floriert und häufige Auslandsreisen halten ihn von seiner Aufgabe als Gastwirt ab. Er beschließt seinen erlernten Beruf wieder als Hauptaufgabe zu sehen.


1974
dieter oehlert

1987

wird das Gaststättenobjekt and Dieter Oehlert mit seiner Lebensgefährtin Doris verpachtet. Er kann einen großen Kundenstamm übernehmen und erweitert zum hauptsächlichen Biergeschäft die Restauration. Nach fünf Jahren kaufen Dieter Oehlert und Doris das Gaststättenobjekt „Zum Timp“ und kündigen Ihren Pachtvertrag.

Am 25. 10. 1987 stirbt Josef Kruse im Alter von 83 Jahren und die Familie verliert eine wichtige Person, die es stets verstand alle Familienangehörigen an das Zuhause zu binden und Glockengäste bei Laune zu halten.


1992

Als neue Pächter für die Glocke konnten 1992 Mike Köhnen und Lydia Nienhaus die bislang die Gaststätte „Pottebohm“ führten von Franz-Josef Kruse und Annegret gewonnen werden.

Die „Glocke“ wird durch die beiden Fachleute, – Mike ist gelernter Koch und Lydia gelernte Restaurationsfachfrau-, zum bekannten Bocholter Restaurant mit vielen neuen Kunden, auch das Saalgeschäft floriert wieder. Mit Ihren erlernten Kenntnissen aus der Gastronomie leisten Sie 10 Jahre wichtige Arbeit für die Restauration zur Glocke.

Ebenfalls wird ein schöner Biergarten errichtet. Überdrüssig der vielen Arbeit in dem großen Gastobjekt zur Glocke entschließen sie sich nach 10 Jahren für das freistehende Schlosscafe in Rhede.

Christel und Erich, sowie Franz-Josef und Annegret müssen sich wieder nach neuen Pächtern umsehen. Dies erweist sich als sehr schwierig, da die Gastronomie allgemein als nicht lukratives Gewerbe in Verruf gekommen ist. Aus diesem Grund beschließt Franz-Josef Kruse, wieder selbst die Geschäftsführung zu übernehmen.


2002

Im Herbst 2002 wird die „Glocke“ neu durchrenoviert, das bisher flache Saaldach erhält ein neues Satteldach und der Saal ein komplett neues Aussehen mit neuem Thekenraum und geschmackvoller Einrichtung. Die Umbauarbeiten werden wiederum maßgeblich unter der Leitung von Erich Kempkes vorgenommen. Alle Familienangehörigen helfen dabei tatkräftig mit. Und wieder zur Kirmeszeit 2002 kann die Glocke neu eröffnet werden.

Franz-Josef Kruse gründet eine GmbH & Co. KG, in der auch der Koch Hans Dieter Uebbing beteiligt ist. Ein neues Küchen- und Serviceteam wird aufgebaut, welches sich fachmännisch und mit modernen Geschäftsmethoden schulen lässt. Ein neues Konzept, welches Gastronomie, Restauration, Saalgeschäft und Vereinsleben miteinander verbindet kommt bei den Gästen von jung bis alt gut an und in Bocholt spricht man wieder über die „Gocke“ wie in alten Zeiten.

 

Möge es noch lange so bleiben

Christel Kempkes u. Franz-Josef Kruse


1906

Reinhard Ehlting baut die „Restauration zur Glocke“

1906

1907

Offizielle Wirtschafts-Eröffnung war im Oktober 1907.

Im Stadtarchiv fanden wir die original Eröffnungsanzeige aus dem Bocholter Volksblatt vom 9.10.1907 – mit folgendem zeitgemäßen Text für das Dienstleistungsgewerbe.

Den geehrten Bewohnern von Bocholt und Umgebung hierdurch die ergebene Mitteilung, daß ich in dem Hause Sachsenstraße 237/4 unter dem Namen “ Zur Glocke“ eine Wirtschaft eröffnet habe. Es wird mein Bestreben sein, durch Verabreichung guter Speisen und Getränke, sowie durch aufmerksame Bedienung meine werte Kundschaft zufrieden zu stellen und bitte ich um gütige Unterstützung meines Unternehmens.

Reinhard Ehlting


1907

1925-1928

In diese Zeit fällt die Hochzeit der einzigen Tochter von Reinhard Ehlting. Josefa heirate Paul Wilms.

1925 wurde der Männergesangverein „Sängerlust“ gegründet. Eine wunder- schöne Vereinsfahne existiert heute noch und befindet sich bei einem der letzten Mitglieder im Hause, nachdem der Gesangverein vor Jahren aufgelöst wurde.

Das Foto zeigt die Sänger mit ihren Frauen nach der Ankunft von einem Wettstreit.


1925

1926

Neugründung des SC 26 Bocholt. 

Die Wiege der 26iger stand in Mussum als 1922 einige Sportbegeisterte junge Menschen im Südwesten der Stadt einen Sportverein unter dem Namen „DJK TuB Mussum“ gründeten. Dank der Bereitschaft des Glockenwirtes Reinhard Ehlting erhielt der Verein hinter der Gaststätte eine neue Platzanlage. Der Vorsitzende in Verbindung mit dem Glockenwirt und Vorstand, verstanden es, dem Verein ein Zuhause zu geben.

Alte Bocholter denken noch gerne daran zurück, dass die Schalker Knappen in dieser Zeit als Prüfstein gewonnen wurden und diese den Bocholter Fußballbegeisterten an der Sachsenstraße ihre hohe Fußballkunst zeigten. Die Verpflichtung war sicherlich ein Verdienst des Glockenwirtes, der zum Schwägerpaar Szepan und Kuzorra enge Kontakte hatte und nicht selten waren die Schalker zu Gast in der Glocke. 

Zur gleichen Zeit 1926 kommt ein schöner, großer Saal hinzu sowie eine großzügige angelegte Gartenwirtschaft. Der Park mit viel Baumbestand reichte bis zum Hoynkesch und der Fußballplatz bis zum Mussumer Kirchweg. Die Gartenwirtschaft lag zur Sachsenstraße (heute Alfred-Flender-Str.) und hatte u.a. einen schönen Springbrunnen mit Wasserfontäne. Es wurden auch Tiere, wie Ponys und Affen gehalten. 

beliebtes ausflugslokal

1945

Die Gaststätte zur Glocke blieb von größeren Kriegszerstörungen verschont. Im Garten viel zwar eine Bombe die einen großen Lindenbaum entwurzelte und die Zwillinge des Nachbarn tötete. Die Glocke kam mit schiefen Wänden davon.

1946

Der Saal dient einige Jahre als Schule, da die Schulen in der Stadt zum Teil zerstört wurden. Schulbilder hängen heute noch in der Gaststube.

saal als schule

1948-1951

Nach dem Tod von Reinhard Ehlting übernimmt zunächst der Schwiegersohn Paul Wilms mit seiner Frau Josefa und den 4 Kindern Karola, Reinhard, Margret, und Alfred die Restauration zur Glocke. Zu Reinhard Wilms, heute anerkannter Weinfachmann, ansässig in Guntersblum am Rhein (Nähe Mainz), haben wir bis heute noch guten Kontakt.

1951

Zum Nikolausmarkt, wo alle Bauersleut aus Bocholt, Mussum und weiterer Umgebung frei hatten, um ihre Wintergarderobe einzukaufen, hatten wir ein volles Haus und fast alle Leute trugen grüne Lodenmäntel, die damals die Mode bestimmten. In den darauffolgenden Jahren verkaufte Paul Wilms das riesige Glockengrundstück in vielen aufgeteilten Pazellen. Die Glocke selbst mit großem Garten wurde zunächst von unseren Eltern gepachtet und später käuflich erworben. Der große Park ging an die Firma Flender, die dort 1953-55 Werkswohnungen errichtete. Der Fußballplatz wurde zerteilt in viele kleine Grundstücke, die Bocholter Bürger zum Kauf angeboten wurden.

1951
1951

1953

wird von Vater Josef Kruse eines der ersten Fernsehgeräte in Bocholt angeschafft, der zunächst seine Platz im Saal fand und auf einem erhöhten Podest zu stehen kam. Es wurden Kellner eingestellt, weil viele Leute die Fernsehprogramme wie Peter Frankenfeld, Familie Schölermann etc. sehen wollten. Höhepunkt war 1954 die Fußballweltmeisterschaft mit dem Endspiel Deutschland : Ungarn mit dem legendären Abschluß von 3:2 Toren für Deutschland. So viele Fahrräder vor unserem Haus hatten wir noch nie gesehen, es schien alle Flenderaner sahen dieses Spiel in der Glocke.Die Glocke wird verklinkert und erhält zum ersten Mal ein neues GesichtVon Beginn an war das Gasthaus geprägt von einem regen Vereinleben.Gesangs-, Fußball-, Schafzucht-, Brieftaubenzucht-, Schützen- und Spielmannszug- Bogenschützen- und Billardverein Piqué Bocholt 67 fühlten sich in dieser Lokalität zu Hause. Ungezählte Hochzeiten u. Familienfeiern sowie alljährliche Nachbarfeste wurden bis heute in unseren Räumlichkeiten gebucht. So manche Hochzeit von früher wird inzwischen wieder als Silber- oder Goldhochzeit in den selben Räumlichkeiten gefeiert.

1974

1969-1974

wird die Glocke zum erstenmal von Familie Kruse verpachtet. Die damaligen Stammkunden Hans und Wilma Mecking übernehmen für fünf Jahre die Gaststätte. Im bereits fortgeschrittenen Alter überschreiben die Eltern den Kindern Christel und Franz-Josef das Gaststättenobjekt zur Glocke. Franz-Josef übernimmt die Geschäftsführung des Gasthauses und baut 1974 die Oberwohnung für seine Familie aus. Schwager Erich Kempkes hilft maßgeblich beim Umbau.

1974

Zur Bocholter Kirmes 1974 wird das Gasthaus von Franz-Josef Kruse mit seiner Ehefrau Sylvia wieder geöffnet. Als gelernter Industriekaufmann mit abgeschlossenem Betriebswirtschaftsstudium und mit einigen Jahren Berufserfahrung als Verkäufer in Siegen und Velbert übernimmt er die Geschäftsführung nach seinen Vorstellungen, aber nicht ohne die fleißige Unterstützung von seinen Eltern. Die Oberwohnung zur Gaststätte wird ausgebaut und die Glocke erhält wieder ein neues Gesicht.

Der große Garten macht den Betreibern viel Arbeit und Franz-Josef Kruse beschließt beim derzeitigen von Borris Becker ausgelösten Tennisboom einen Tennisplatz bauen zu lassen.

Ohne besseren Wissens feiert man bereits 1981 das 75jährige bestehen der Glocke und weiht bei der Gelegenheit den neuen Tennisplatz ein.

Die Geschäfte laufen zufriedenstellend und nach fast 12 Jahren Gastwirt übernimmt Franz-Josef 1986 wieder eine neue Verantwortung im Exportgeschäft. Das Unternehmen floriert und häufige Auslandsreisen halten ihn von seiner Aufgabe als Gastwirt ab. Er beschließt seinen erlernten Beruf wieder als Hauptaufgabe zu sehen.


1974

1987

wird das Gaststättenobjekt and Dieter Oehlert mit seiner Lebensgefährtin Doris verpachtet. Er kann einen großen Kundenstamm übernehmen und erweitert zum hauptsächlichen Biergeschäft die Restauration. Nach fünf Jahren kaufen Dieter Oehlert und Doris das Gaststättenobjekt „Zum Timp“ und kündigen Ihren Pachtvertrag.

Am 25. 10. 1987 stirbt Josef Kruse im Alter von 83 Jahren und die Familie verliert eine wichtige Person, die es stets verstand alle Familienangehörigen an das Zuhause zu binden und Glockengäste bei Laune zu halten.


dieter oehlert

1992

Als neue Pächter für die Glocke konnten 1992 Mike Köhnen und Lydia Nienhaus die bislang die Gaststätte „Pottebohm“ führten von Franz-Josef Kruse und Annegret gewonnen werden.

Die „Glocke“ wird durch die beiden Fachleute, – Mike ist gelernter Koch und Lydia gelernte Restaurationsfachfrau-, zum bekannten Bocholter Restaurant mit vielen neuen Kunden, auch das Saalgeschäft floriert wieder. Mit Ihren erlernten Kenntnissen aus der Gastronomie leisten Sie 10 Jahre wichtige Arbeit für die Restauration zur Glocke.

Ebenfalls wird ein schöner Biergarten errichtet. Überdrüssig der vielen Arbeit in dem großen Gastobjekt zur Glocke entschließen sie sich nach 10 Jahren für das freistehende Schlosscafe in Rhede.

Christel und Erich, sowie Franz-Josef und Annegret müssen sich wieder nach neuen Pächtern umsehen. Dies erweist sich als sehr schwierig, da die Gastronomie allgemein als nicht lukratives Gewerbe in Verruf gekommen ist. Aus diesem Grund beschließt Franz-Josef Kruse, wieder selbst die Geschäftsführung zu übernehmen.


2002

Im Herbst 2002 wird die „Glocke“ neu durchrenoviert, das bisher flache Saaldach erhält ein neues Satteldach und der Saal ein komplett neues Aussehen mit neuem Thekenraum und geschmackvoller Einrichtung. Die Umbauarbeiten werden wiederum maßgeblich unter der Leitung von Erich Kempkes vorgenommen. Alle Familienangehörigen helfen dabei tatkräftig mit. Und wieder zur Kirmeszeit 2002 kann die Glocke neu eröffnet werden.

Franz-Josef Kruse gründet eine GmbH & Co. KG, in der auch der Koch Hans Dieter Uebbing beteiligt ist. Ein neues Küchen- und Serviceteam wird aufgebaut, welches sich fachmännisch und mit modernen Geschäftsmethoden schulen lässt. Ein neues Konzept, welches Gastronomie, Restauration, Saalgeschäft und Vereinsleben miteinander verbindet kommt bei den Gästen von jung bis alt gut an und in Bocholt spricht man wieder über die „Gocke“ wie in alten Zeiten.

 

Möge es noch lange so bleiben

Christel Kempkes u. Franz-Josef Kruse